Rückkehr

Veröffentlicht am Freitag, 10 Juli, 2009 um 12:36 von Hoppel.
Kategorien:Allgemein.

Nach einigen Monaten der Abkehr vom Blog nun wieder die Rückkehr. Zuviel Ereignisse warten darauf, veröffentlicht zu werden… :-)

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Ein modernes Märchen

Veröffentlicht am Sonntag, 19 Oktober, 2008 um 16:52 von Hoppel.
Kategorien:Allgemein.

Es war einmal eine Königin, die zwei Söhne hatte. Der eine Sohn war ihr ganzes Vergnügen: er war immer in einem Anzug sogar mit Schlips gekleidet, wußte eine gute Zigarre zu würdigen, konnte sich die teuersten Sachen (der Sohn nannte dies "Peanuts") mit einem Fingerschnipsen leisten. Immerzu war der Prinz von den mächtigsten Leuten des Königreiches umgeben, immerzu leistete er sich den teuersten Urlaub und die teuersten Frauen. Ach, wie stolz war doch unsere Königin auf ihren Sohn Horst – ja, sie erwog sogar, ihn zu ihrem Nachfolger zu machen und befragte ihn daher schon jetzt, welche Meinung er denn zu wichtigen Fragen im Königreich habe, Und Horst gab nur zu eifrig seine Meinung zu all den drängenden Problemen. Und er wußte auch immer eine Antwort! Hatten irgendwelche Prolls aus dem Volk Geld verloren – kein Problem, das sind ja nur Peanuts. Wurde irgendwo ein Finanzskandal trotz der königlichen Burgwache ruchbar – kein Problem, nur Peanats. Horst war immer optimistisch und wurde immer mehr zum Sonnenschein der Königin.

Aber kein Königinnenreich ohne Makel: da gab es den 2. Sohn, Erwin. Der war schon seit frühester Kindheit ein wahrer Balg, der sich an keine einzige Regel hielt und immer sinnlos rumtollte. Während Horst schon im 8. Lebensjahr durch einen ersten Limonaden-Stand knappe 100 Euros erwarb, rannte Erwin wie wild mit seinen Freunden durch die Gegend und spielte Räuber und Polizist. Natürlich kam es so, wie es kommen sollte und Erwin wurde ein armer Schlucker, der sich nur notdürftig von den wenigen Gaben vom Königreich ernähren konnte. Der Königin war das so peinlich, daß sie diese Hilfe für ihren Sohn unter dem Namen ALK II (Allgemeine Königshilfe) laufen ließ.

Eines Tages nun wurde der inzwischen zum  königlichen Schatzmeister ernannte Horst dabei erwischt, wie er die Schatztruhe des Königreiches in einem Casino verspielte. Das war zwar schlimm – aber Horst und alle anderen Mächtigen versicherten der Königin, daß man das schnell wieder in den Griff bekommen würde.

Aber oje – nichts wurde davon wahr und schnell drohte das Königreich in den Abgrund zu geraten.

In ihrer Not rief sie ihre beiden Söhne zu sich und fragte sie, welche Opfer sie zu geben bereit sind.

Sofort trat Horst vor und sprach: "Ich , liebe Mutter, verzichte zwar nicht auf mein Gehalt von 1,4 Millionen Goldmark, aber auf meine Bonis für dieses Geschäftsjahr. Das fällt mir zwar sehr schwer – aber ich bin zu diesem außerordentlichen Opfer bereit."

Die Königin hatte Tränen in den Augen ob solcher Hingabe und fragte Erwin, was er zu tun gedenke.

"Ich, liebe Mutter, werde gar nichts tun. Ich werde so leben wie bisher, weil ich gar keine anderen Möglichkeiten habe."

Au, war Angela, ich meine die Königin, da sauer! Sie zürnte und wütete.

Als sie sich etwas beruhigt hatte, rief sie den altgedienten und weisen Hofnarren zu sich, weil sie wissen wollte, welche königliche Strafe sie gegen Erwin aussprechen müsse.

Der aber sprach: "Königliche Angela, bestrafen müßt Ihr den, den Ihr belohnen wolltet. Wie kann Eurer königlicher Sohn Horst auf etwas verzichten, was er gar nicht verdient hat? Hat er und seine Kumpanen nicht erst dafür gesorgt, daß die Schatztruhe verzockt wurde? Wieso  soll er dafür auch noch eine Belohnung bekommen, auf die er dann auch noch großzügig verzichtet?

Und bestraft nicht den, den Ihr belohnen müßtet. Euer Sohn Erwin hat Euch das größte Geschenk gemacht – in dem er so wie bisher weiter leben will, sagt er Euch doch, daß er nicht gegen die Hilfe für Horst und seine Kumpels protestieren will. Und das, liebe Königin, gibt es nur in Deutsch…- äh – in Eurem Königreich – das ein ganzes Volk von arroganten Schatzwächtern betrogen wird und keiner was dagegen macht."

Lange Zeit hat die Königin über diese Anmerkungen nachgedacht. Nach 2 qualvollen Minuten faßte sie ihre Entscheidung – und gab Horst etliche neue Milliarden Spielgeld. Warum auch nicht – immerhin war sie die Königin und keiner konnte (und wollte) sie daran hindern.

Und wenn die Königin nicht gestorben ist, wundert sie sich noch heute, warum die Partei der Nichtjubelnden und Königeninnen-Verdrossenen  immer größer wurde. Aber das, liebe Kinder, ist schon wieder ein gaaanz andere Geschichte….

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Recht? Einfach zu teuer!

Veröffentlicht am Samstag, 11 Oktober, 2008 um 8:50 von Hoppel.
Kategorien:Allgemein.

Deutschland nennt sich ein Rechts- und Sozialstaat. Nun zeigt sich, was diese Aussage wert ist: Nichts. Zumindest dann nicht, wenn jemand nicht nur die soziale, sondern zusätzlich auch noch die rechtliche Hilfe braucht. Bislang galt nämlich, wer arm ist, soll trotzdem zu seinem Recht auch mit der Hilfe eines Anwaltes kommen. Gestern wurde diese Regelung einfach mal so gekippt: laut Beschluß des Bundesrates soll in den meisten Bundesländern verhindert werden, daß sich die Unterschicht auf Kosten der arbeitenden Mehrheit mit anwaltlicher Hilfe mit dem JobCenter oder der ARGE wegen verweigerten Zahlungen, falschen Bescheiden und Vermögensfragen rumstreiten. Durch solche anwaltliche Hilfe bei der Klage von ALG-II-Empfängern wurde so manche handwerkliche Fehler der Politiker bei der Sozialgesetzgebung ausgemerzt, wie die zahlreichen Urteile der höchsten Instanzen mehr als genug beweisen.

Damit ist es nun vorbei beziehungsweise der Schritt zu einer Klage wesentlich schwerer. In Zukunft sollen 30 € Gebühren, also rund 10% des ALG-II-Monatssatzes, locker gemacht werden, wenn ein Anwalt aufgesucht werden soll. Zusätzlich muß ein Rechtspfleger die anwaltliche Vertretung genehmigen (weil ein ALG-II-Bezieher scheinbar in den Augen der Politik unmündig ist) und zum Nachweis der Bedürftigkeit muß man sich nochmals total entblößen, sprich all seine Daten, Konten und Vermögen nachweisen – als ob das nicht bereits von der ARGE geprüft worden wäre.

Und was ist das Ziel? Die Betroffenen sollen sich erstmal an Ihre JobCenter oder ihren ARGEN wenden, wenn es Probleme gibt und sie nicht mit einem Bescheid einverstanden seien. Also an die anerkannt unfähigsten Behörden unter der Sonne, was Beratung angeht. Alternativ wird auch der Gang zu den Verbraucherzentralen empfohlen, die aber zeitgleich wegen Etatkürzungen durch den Staat ihr Beratungsangebot einschränken müssen.

Fazit: Nachdem die Betroffenen also erst (meist unverschuldet) ihren Job verloren haben, in nicht wenigen Fällen ihre Bleibe (durch den angordneten Zwangsumzug) und das Grundrecht auf Unverletzlichkeit der Wohnung (durch Hausbesuche der Amtsschnüffler) verlieren sie nun auch das Recht auf eine schnelle und vor allem wirkungsvolle Rechtsberatung.

Ich liebe einfach unsere Politiker…

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Wochenendpolitik

Veröffentlicht am Montag, 6 Oktober, 2008 um 8:27 von Hoppel.
Kategorien:Allgemein.

5 Meldungen von Sonntag:

Meldung 1: Die für den Januar 2009 geplante Wohngelderhöhung wird auf den 1. Oktober vorgezogen.

Offenbar wollte sich die Bundesregierung nicht vorhalten lassen, dass sie maroden Banken hilft, deren Krise auch auf dubiose Finanzpraktiken zurückzuführen ist, gleichzeitig aber die Bürger nicht weiter entlastet.

Aber wie sieht die Entlastung aus? Zumindest für die Einwohner von 421 (!) Städten mit jeweils (!) mehr als 10.000 Einwohnern und 59 Landkreise wird das Wohngeld nicht so hoch sein, wie durch die Politk vermittelt wurde, denn hier sinken die Mietstufen, die direkten Einfluß auf das Wohngeld haben, teilweise drastisch – bekannt ist das bis heute kaum.

Meldung 2: Das Kindergeld wird ab 01.01.2009 erhöht. Für das erste und zweite Kind werden je 10 € mehr gezahlt, ab dem 3. Kind sind es 16 €.

Genau der Personenkreis, der am wenigsten Geld für die Kinder zur Verfügung hat, profitiert von dieser Erhöhung nicht – das Gegenteil ist der Fall. Bei dem ALG II wird das Kindergeld nämlich in voller Höhe als Einkommen angerechnet. Das bedeutet also, daß ALG-Bezieher durch die Kindergelderhöhung nicht nur keine Erhöhung erhalten, sondern sogar weniger ALG II als vorher, weil ihre Gesamteinnahmen steigen.

Meldung 3: Bisher wurden Diabetikern und anderen Kranken, die ALG-II beziehen, ein Ernährungszuschlag von 25,56 € bzw. 51,13 € je nach Art der Diabetis gezahlt, damit diese die erhöhten Ernährungskosten finanzieren können. Diese Ernährungszuschlag soll nach Empfehlung der Dachorganisation der Wohlfahrtsverbände abgeschafft werden, denn eine gesunde Ernährung sei ja ausreichend und für den Betroffenen finanzierbar (Zitat) "wenn äußerstsparsam gewirtschaftet wird.". Betroffen von dieser Idee sind mehr als 100.000 Bürger.

Bei den Diabetikern geht es darum, daß sie Nahrunsgmittel kaufen müssen, die kein Zucker enthalten, also zuckerfrei sind. Diese sind ausnahmslos 15 – 20% teurer als die zuckerhaltigen Lebensmittel. Wie das zu machen ist, dürfte Geheimnis der Dachverbandes sein – zumal schon nach der unsäglichen Sarrazin-Dsikussion klar sein dürfte, daß man von dem Regelsatz auch als Nicht-Diabetiker kaum gesundheitsbewußt seine Lebensnmittel kaufen kann.

Warum leben solche Menschen es nicht einmal vor, was sie sich so ausdenken ?

Aber immerhin soll ja "im Einzelfall bei Krebs, Multipler Sklerose, Darmerkrankungen und Aids" der Ernährungszuschlag weiter gezahlt werden…

Meldung 4: Vollkommen unbeachtet von der Öffentlichkeit behandelt der Bundesrat am Freitag einen Gestzesentwurf, nachdem es ALG-II-Beziehern wesentlich erschwert wird, Rat und Hilfe von einem Anwalt zu erhalten.

Es soll eine zusätzliche Gebühr von 20 € (die ja leicht vom üppigen Regelsatz gezahlt werden kann) erhoben und strenger kontrolliert werden, ob der Betroffenen auch zum Rechtsanwalt ginge, wenn er den Besuch komplett bezahlen müßte. Begründet wird diese Initative mit den gestiegenen Zahlen von Klagen gegen die ARGEN und JobCenter. Erwünschter Nebeneffekt: mangels Geld können sich die Betroffenen auch nicht mehr über ihre Rechte informieren.

Meldung 5: In einer groß angelegten wissenschaftlichen Untersuchung des beim der Bundesagentur für Arbeit angesiedelten Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung wurde festgestellt, daß ALG-II-Bezieher nicht mehr am sozialen und kulturellen Leben teilnehmen können, weil das Geld nicht reiche. Mehr als die Grundversorgung mit dem materiell Notwendigsten sei für viele Hartz-IV-Bezieher jedoch nicht drin. In der repräsentativen Studie unter 9400 Hartz-IV-Empfängern gaben aber auch sechs Prozent an, das Geld reiche nicht für eine warme Mahlzeit am Tag.

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Ironie

Veröffentlicht am Mittwoch, 1 Oktober, 2008 um 16:32 von Hoppel.
Kategorien:Allgemein.

Der vorige Eintrag war kaum 2 Stunden alt, als mich der folgende Anruf erreichte.

Anruferin: Ich habe ein Problem mit dem Arbeitslosengeld zwei.

Ich: Da sind Sie nicht die einzige. Um was geht es denn?

Anruferin: Ich habe vorigen Monat ein paar Tage für meine Tante Zeitungen ausgetragen, weil es ihr nicht gut ging. Ich habe dafür 114 Euro und 80 Cent bekommen, das aber nicht an das Amt gemeldet. Nun habe ich heute einen Brief bekommen, daß mir mein ALG II für 3 Monate um 10% gekürzt wird, weil ich das nicht denen gesagt habe.

Soweit der Anruf einer um ihr Überleben kämpfenden Frau (der ich selbstverständlich einen entsprechenden auf sie zugeschnittenen Widerspruch gemailt habe).

Die arme Frau hat die Zuverdienstgrenze von 100 € im Monat um einmalige 14,80 € überschritten und soll nun also mit 105,30 € dafür büßen – und lebt damit nun zumindest die nächsten 3 Monate unter dem Existenzminimum in Deutschland. Gleichzeitig macht sie sich Selbstvorwürfe, weil sie gegen "das  Gesetz" verstoßen hat.

Die Bankchefs und -vorstände der Sächsischen- und Bayrischen Landesbank, der KfW, der IKB, der WestLB und wie all die Banken heißen, haben Millionen an Prämien kassiert, nach ihrer Entlassung Millionen an Abfindungen bekommen, obwohl sie blind vor Gier faule Kredite gekauft haben. Ihnen ist bislang nichts geschehen – keine Sanktion, keine Rückforderung all der Prämien, keine Kürzung ihrer Bezüge.

Armes Deutschland…

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Steuerproblem

Veröffentlicht am Mittwoch, 1 Oktober, 2008 um 8:05 von Hoppel.
Kategorien:Allgemein.

Nun ist sie da – die Bankenkrise hat auch in Deutschland Einzug gehalten und erste Opfer zu Fall gebracht.

Erinnern wir uns kurz an die Ursachen dieser Krise: irgendwelche vollkommen überzahlte Banker haben für etliche Milliarden Dollar und Euros vollkommen unverantwortlich und ohne auch nur ein Funken Gehirn einzuschalten falsche "Wert-"Papiere zu vollkommen überhöhten Preisen gekauft. Keiner, weder die Aufsichtsräte noch die staatlichen Finanzaufsichten, haben sie daran gehindert, sich immer mehr selbst zu bereichern, etliche Millionen Euros und Dollars pro Jahren Prämien an sich selbst zu zahlen und keiner hat sie darauf nachhaltig hingewiesen, daß sie das Vermögen ihrer eigenen Arbeitsstelle mutwillig vernichten.

Nun soll es der Staat richten, frei nach dem Motto "Gewinne privatisieren, Verluste solidarisieren". Man muß nicht mal dem Kindesalter entwachsen zu sein, um zu bemerken, daß hier eine schreiende Ungerechtigkeit in die Tat umgesetzt werden soll.

Und was machen unsere lieben Politiker in Deutschland?

Über Nacht und ohne irgendwelche Diskussion stellen sie einen Betrag für eine Bankbürgschaft zur Verfügung, der ausreichen würde, alle ALG-II-Bezieher ein Jahr lang zu finanzieren. Die Politiker pumpen den irrrsinnigen Betrag von bis zu 26,5 Millarden Euros in eine einzige marode Bank, während gleichzeitig im politischen Berlin abermals über eine Kürzung der ALG-II-Regelsätze beziehungsweise die Verschärfung der Regelungen für ALG-II-Bezieher diskutiert wird. Und sie schämen sich nicht mal, diese netten Politiker namens Merkel oder Steinbrück. Eine Angela Merkel hält es nicht mal für nötig, dem Volk zu erklären, warum sie das Steuergeld für eine Bank zur Verfügung stellt. Auf die Idee, die Verantwortlichen für die Fehlkäufe zur Kasse zu bitten, ist scheinbar auch noch keiner der ach so um das Volk bemühten Politiker gekommen.

Wie sagte meine Mutter immer? "Macht korrumpiert".

Recht hat sie.

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Sensibelchen

Veröffentlicht am Freitag, 26 September, 2008 um 15:40 von Hoppel.
Kategorien:Allgemein.

Irgendwie bin ich ratlos.

In letzter Zeit häufen sich Anrufe, bei denen es um finanzielle Möglichkeiten für Studenten geht und also gefragt wird, welche Ansprüche bestehen. Nach entsprechenden Rückfragen nach der persönlichen Situation kommt dann oft der zugegebenermaßen harte Satz "Sie haben keinen Anspruch auf XYZ, weil…" – und schon wird die Verbindung einfach unterbrochen, weil der Ratsuchende aufgelegt hat.

Zwar verstehe ich ja die Enttäuschung der Anrufer, aber sie sollten sich wenigstens die Begründung anhören. Zumal ich in 90% aller Fälle nach meinetwegen Wohngeld gefragt werde, dies bei Studenten in den meisten Fällen verneinen muß, aber dann auf andere Möglichkeiten verweisen will. Dazu habe ich aber dann keine Möglichkeit mehr.

Was mich aber angesichts der Häufung solcher Anrufabbrüche noch mehr erstaunt: wie sensibel die Erstsemester dieses Jahr sind. Wer sich schon bei einem Anruf bei einer unabhängigen Sozialhotline von Emotionen wie Wut und Ärger leiten läßt, wird es im Studienalltag mit all den Fallen und Hindernissen nicht gerade einfach haben.

Also übt einfach – und legt nicht mitten im Gespräch auf.

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Politiker und das Wohngeld

Veröffentlicht am Dienstag, 23 September, 2008 um 6:59 von Hoppel.
Kategorien:Allgemein.

Es ist schon seltsam: vollmundig preisen sich Politiker der CDU und SPD selbst, weil sie (nach 8 Jahren!) eine Wohngelderhöhung beschlossen haben. Was konnte man in diesem Zusammenhang nicht alles hören: durch die Erhöhung werden Hunderttausende nicht mehr ALG II beziehen brauchen, erstmals werden Heizkosten berücksichtigt und überhaupt sei das alles sehr sozial. Gleichzeitig haben die SPD und DIE LINKEN Anträge zu laufen, die für Januar 2009 geplante Erhöhung bereits auf Oktober vorzuverlegen.

Die Betroffenen freut es, solche Nachrichten zu hören. Oder doch nicht?

Schauen wir uns mal drei Aspekte der Politikerleistung etwas näher an.

Die Vorverlegung hört sich erstmal gut an, vor allem, wenn also vor Weihnachten mehr Geld zur Verfügung steht. Vergessen wurde aber seitens der Politik, daß die Wohnämter bundesweit in den letzten Jahren derart ausgedünnt wurden, daß schon jetzt Wartezeiten von mehr als 6 Monaten die Regel sind. Gleichzeitig ist das Personal weder mit den neuen Bestimmungen vertraut gemacht oder geschult worden und auch die verwendete Software ist noch auf dem alten Stand. Da sämtliche laufenden Bescheide neu angepaßt werden müssen, aber auch mit einer wahren Antragsflut zu rechnen ist, sind Wartezeiten von mehr als 8 Monaten auf einen Bescheid bereits jetzt absehbar. Das dürfte besonders bitter für den Personenkreis werden, der durch die Wohngelderhöhung aus dem Bezug von ALG II herausfällt: es gibt bislang keine Übergangsvorschriften, in denen geregelt würde, was in der Zwischenzeit bis zur Bearbeitung geschieht: erhält der Betroffene erstmal weiter ALG II als Darlehen, bekommt er gar nichts?

Zweiter Punkt Heizkosten: es werden nicht die tatsächlich entstehenden Heizkosten bezuschußt, sondern eine Pauschale von 0,50 € je Quadratmeter, maximal aber 24 € bei einem Alleinstehenden und 43 € bei einem 4-Personen-Haushalt. Damit relativiert sich dieser groß gefeierte Aspekt dann doch wieder.

Schließlich und endlich wird die Wohngelderhöhung selbst durch die Hintertür für einige Hunderttausende Betroffene wieder abgeschwächt: still und leise werden gleichzeitig mit der Erhöhung (und vollkommen unbeachtet von der Öffentlichkeit und exklusiv von www.wohngeldantrag.de aufgedeckt) die Mietstufen etlicher Kommunen angepaßt – was heißt, sie werden nach unten gesetzt.

Die Mietstufe hat direkten Einfluß auf die Höhe der bezuschußenden Miete und damit auf die Höhe des Wohngeldes. Wurde zum Beispiel für einen 4-Personen-Haushalt der Mietstufe V maximal 485 € bezuschußt, wären dies bei Mietstufe IV nur noch maximal 455 €. Das würde bedeuten, daß die Antragsteller aus den betroffenen Kommunen, die sich auf eine Erhöhung gefreut haben, herb enttäuscht werden, weil die Erhöhung wesentlich geringer als gedacht ausfällt.

Insgesamt also mal wieder eine Spitzenleistung, liebe Politiker…

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Kein Geld…

Veröffentlicht am Sonntag, 21 September, 2008 um 16:37 von Hoppel.
Kategorien:Allgemein.

Meldung 1:  eine staatliche Bank namens KfW überweist mal schnell 300 Millionen Euros an eine bereits pleite gegangene private Bank in den USA.

Meldung 2: die Pleite der IKB, einer Privatbank, deren Hauptaktionär die staatliche Bank aus Meldung 1 war, geht wegen ganz offensichtlichem Mißmanagement pleite und wird – nach einem Zuschuß in Milliardenhöhe vom Steuerzahler – für ein Butterbrot verkauft. Der bis Juli 2007 verantwortliche Geschäftsführer der IKB wird im gleichen Monat entlassen, bekommt aber sein Gehalt bis Dezember 2007 weiter gezahlt – knappe 1,1 Millionen Euros.

Meldung 3: die in Meldung 1 und 2 genannte staatliche Bank muß nun sparen, weil die Belastungen zu hoch waren. Sparen heißt in diesem Zusammenhang, daß die Angestellten der Bank nicht mit Gehaltssteigerungen rechnen können. Vorbild ist der Chef der KfW, der zwar erst seit einem Monat im Amt ist, aber dennoch 816.000 € im Jahr verdient, also 68.000 € im Monat. Seine Vorgängerin bekam "nur" 512.000 € im Jahr (42.660 € im Monat).

Morgen begleite ich eine 33jährige alleinerziehende Frau bei Ihrem Gang in das JobCenter/der ARGE, die einen Antrag auf Kostenübernahme der Schultüte ihres Kindes gestellt hatte (es ging um 20,- €) und seit der Ablehnung ständig nicht gefördert, sondern gefordert wird – sprich ständig mit immer neuen Begründungen zum Amt geladen wird.

Wann eigentlich wird der Grundsatz "Fordern und Fördern", wie ihn jeder ALG-II-Bezieher kennt, auch auf Politiker angewandt?

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Lohn für die Mühe

Veröffentlicht am Dienstag, 9 September, 2008 um 16:57 von Hoppel.
Kategorien:Allgemein.

Eine Sozial-Hotline zu betreiben ist ein mühsames Geschäft. 60% aller Anrufenden haben echte und ernste Probleme, ihren Lebensunterhalt irgendwie zu finanzieren und werden von den Ämtern vor Ort schlecht oder gar nicht beraten. Weitere 15% der Anrufer haben die gleichen Probleme, die allerdings selbst verursacht sind (frei nach dem Motto "Ich bin alleinstehend, verdiene 4000 €, muß aber mein Auto, mein Haus und meine Feundin bezahlen. Was kann ich vom Staat für Leistungen beanspruchen?"). Dann gibt es noch die 15% Ratsuchenden, die ausnahmslos Studenten, Lehrlinge und Schüler sind und einen Weg suchen, sich von den Eltern unabhängig zu machen. Der Rest von 5% gehört den "Spaßanrufern", die nur mal testen wollen, ob wir tatsächlich das Telefon oder Chat bedienen und anwesend sind. Nun ja – zumindest bei dieser Gruppe weiß ich oft schon jetzt, daß sie auf Grund ihrer geistigen "Fähigkeit" mal selbst so ein Angebot wie das unsere brauchen…

Bisher haben wir bei den ernsthaften Anrufern und Auszubildenden die richtigen Antworten gehabt und uns teilweise auch direkt mit den Ämtern auseinander gesetzt, um den Hilfesuchenden zu ihrem Recht zu verhelfen. Das hat uns zahlreiche "Danke Schön" eingebracht, auf die wir auch stolz sind und was uns auch vollkommen reicht – mehr wollen wir gar nicht.

Einen ganz besonderen Danke-Gruß an unsere Sozialberatung-Mail-Adresse will ich aber dennoch hier hervorheben, weil sich dadurch ja eventuell unsere ehrenamtliche und kostenlose Arbeit mehr als gelohnt haben könnte:

Wir haben lange gewartet für Sie da zu kontaktieren Sie uns für Ihre Bank zu bestätigen Entwurf von $ 1,5 MB United States Dollar der aufbewahrt mein Mann für Sie als Entschädigung für Ihre Mühe Vergangenheit, aber wir haben nicht von Ihnen hören seit dieser Zeit. Dann ging ich auf die Bank zu bestätigen, wenn der Entwurf bereits abgelaufen ist oder sich in der Nähe von auslaufen und Herr Justin Sango Direktor der Bank von Afrika hat mir erzählt, dass vor dem Entwurf werden sie die Hand, dass es läuft.

Also habe ich ihm gesagt, dass der Cash-$ 1,5 MB US-Dollar zu vermeiden, verlieren diese Mittel im Rahmen Ablauf wie werde ich aus dem Land für einen 3 Monate Kurs, und ich werde nicht zurückkommen, bis Ende November 2008.

Was Sie zu tun haben, besteht nun darin, wenden Sie sich an den FedEx Kurier SERVICE UNTERNEHMEN so bald wie möglich zu wissen, wann sie liefern Ihr Paket an Sie, weil der Termin abgelaufen. Beachten Sie, dass ich bezahlt haben, für die Zustellung zuständig für den Entwurf zu Ihnen.

…Das einzige Geld, das Sie senden auf dem Kurierdienst zu liefern Ihre Sendung direkt an Ihre Adresse in Ihrem Land ist ($ 185) One Hundred & Achtzig fünf US-Dollar nur für den Sicherheitsrat zu halten Gebühr von dem Kurierdienst bisher.

Irgendwie finde ich es blöd, daß ich gerade nicht  die läppischen One Hundred & Achtzig fünf US-Dollar zur Hand habe. Aber nun ja – zwar gehen mir die 1,5 Millionen $ verloren, aber was soll es… Es finden auch weitere Millionäre den Weg zu uns.

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