Die Armutsheuchler

Veröffentlicht am Montag, 30 November, 2009 um 8:14 von Hoppel.
Kategorien:Allgemein.

Deutschland hat immer mehr arme Menschen. Dieser Glaube ist genauso unverrückbar und in Stein gemeißelt wie auch die Aussage, dass die Reichen immer reicher werden. Das mit der Armut wird uns tagtäglich in den Nachrichten, Zeitungen, Fernsehsendungen und von Politikern immer wieder und wieder gepredigt. Wie jetzt auch von Bischof Reinhard Marx, der in seinem Buch “Das Kapital” nicht nur mit seinem Namensvetter Karl kokettiert, sondern dort auch die Aussage trifft

Ich begegne leider immer mehr Armen in unserem reichen Land. Das Ausmaß an Armut, das in Deutschland herrscht, ist ein Skandal.

In einem sehr lesenswerten Kommentar widmet sich Hans-Olaf Henkel nicht nur der Aussage des Bischofs, sondern auch der gesamten Diskussion um die Armut in Deutschland. Und stellt richtig fest:

Hartz-IV-Empfänger erhalten nicht nur gratis Kost und Logis, sondern auch kostenlos Fernseher, Fahrkarten, Wohnungseinrichtungen, Heizkosten, Krankenversicherung, Rentenversicherung

Zwar bekommt kein ALG-II-Bezieher einen Fernseher geschenkt (wahrscheinlich meinte Henkel den Wegfall der GEZ-Gebühren), aber mit seiner Aufzählung, was ein Empfänger neben dem eigentlichen Regelsatz noch an Leistungen erhält, hat er nicht ganz unrecht. Und fragt vollkommen berechtigt

Wie passt all das mit der angeblich von unserer Gesellschaft verschuldeten Armut zusammen?

In diesem Zusammenhang empfehlenswert auch der Henkelsche Hinweis auf die Definition des Begriffes “Armut”:

Jeder, der weniger als 60 Prozent des Durchschnittseinkommen verdient, gilt als arm

was Henkel für Unsinn hält:

Für eine Familie, bestehend aus zwei Erwachsenen und zwei Kindern unter 14 Jahren belief sich der Grenzwert, unter dem man von “Armutsrisko” sprechen kann, auf sage und schreibe 1917 € monatlich, wohlgemerkt netto.

Warum aber dann die ganze Diskussion? Auch darauf gibt Henkel eine Antwort:

Sozialpolitiker brauchen die Armut, um möglichst viel Mitleid, Entsetzen und Empörung auf die Mühlen ihrer Politik zu lenken. Daran, dass Politiker es mit der Wahrheit nicht so genau nehmen, habe ich mich gewöhnen müssen, nicht aber daran, dass Gottesmänner es ihnen gleich tun.

Recht hat er.

Quelle

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